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19.11.2019

Bildung eines interdisziplinären Facharbeitskreises „Pflegesozialplanung“

Beschlussvorschlag:
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bis zum 31.01.2020 einen interdisziplinären Facharbeitskreis „Pflegesozialplanung“ einzurichten, der aus Vertretern
1. des Fachdienstes Soziales (Grundsicherung, Hilfen zur Pflege, Hilfen zur Gesundheit, Eingliederungshilfe),
2. des Gesundheitsamtes (Betreuungsbehörde),
3. des Pflegestützpunktes,
4. von Kostenträgern (Pflegekasse, Jobcenter/Sozialamt, Rententräger)
5. der Wohnungswirtschaft,
6. von Leistungserbringern (Pflegeheime, -dienste, medizinische Versorgungsträger)
7. von rechtlichen Betreuern,
8. von Behindertenbeirat und Seniorenbeirat
9. sowie der Beauftragten für Behinderte und Senioren der Stadt Schwerin
besteht.

Dieser Facharbeitskreis ist bei der Fortschreibung der Pflegesozialplanung in geeigneter Form zu beteiligen. Er möge vor der Einbringung der Pflegesozialplanung in die Gremien der Stadtvertretung eine Beschlussempfehlung abgeben.

Für den Vorsitz des Facharbeitskreises wird angeregt, diese Funktion dem Pflegestützpunkt zu übertragen.

Begründung:
Bereits in der Erstellungsphase der Pflegesozialplanung 2020 auf Basis der Pflegesozialpla-nung 2015 sind Defizite in der pflegerischen Versorgung in Schwerin erkennbar. So zeigt die erste Datenerhebung im Sommer 2019 bereits eine Verschärfung des Pflegedefizites.

Gemäß der Handlungsempfehlung 5 der Pflegesozialplanung 2015 sollen insbesondere die Beratungsangebote vernetzt werden. Darauf aufbauend wurden 2015 und 2017 themenspezifische Arbeitsgruppen gebildet und Heimaufsicht, Pflegestützpunkt und Sozialplanung eingebunden.

Um eine umfassende Beratung, Betreuung und Begleitung der nachfragenden pflegebedürftigen Personen zu ermöglichen, ist eine ganzheitliche Fallbehandlung und -betreuung erforderlich. Insbesondere ist es unerlässlich, dass über die Beratungsangebote hinaus eine Begleitung in Fachfragen und Antragsangelegenheiten erfolgt. Die bei Pflegekassen und/oder Sozialfachdienst gestellten Anträge und Anfragen müssen beispielsweise reflektiert, geprüft und gegebenenfalls ausgewertet werden. Denn der Pflegebedürftige, der nicht in der Lage ist, einen Pflegeantrag zu stellen, ist auch nicht befähigt, mit dem Ablehnungsbescheid umzugehen. Weiterhin besteht das Risiko der Kostenfalle gegenüber den Pflegeleistenden, wenn die Finanzierung der Pflegekosten nicht, nicht ausreichend oder nicht rechtzeitig gewährleistet werden kann.

Diese fachdienstübergreifende Vernetzung kann nur durch die Bildung eines interdisziplinären Facharbeitskreises erfolgen.

Hierbei müssen insbesondere der FD Soziales sowie das Gesundheitsamt einbezogen werden. Denn nur so ist über die Fallberatung im Pflegestützpunkt hinaus eine weiterführende Begleitung zur Erreichung des Pflegezieles möglich. Der Pflegestützpunkt muss insoweit Zentrum einer fachdienstübergreifenden Vernetzung werden, um ganzheitlich Problemlöser zu sein. Es ist darüber hinaus erforderlich, die in Frage kommenden Leistungsträger und die Kostenträger einzubinden. Weiterhin bedarf es der Mitwirkung der Wohnungswirtschaft, um präventive Maßnahmen zu entwickeln, damit Notsituationen vorgebeugt werden können.

Ziel dieses Antrages soll es sein, durch die Bildung eines interdisziplinären Facharbeitskreises „Pflegesozialplanung“ alle Beteiligten an einen Tisch zu bekommen und durch dessen Ergebnisse pflegebedürftigen Personen und auch deren Angehörigen eine vollumfängliche Fallbehandlung zu ermöglichen.

 13_2019-11-19 Antrag - Bildung eines interdisziplinären Facharbeitskreises Pflegesozialplanung.pdf


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